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Klimawandel und Kartoffelanbau – Was ist zu erwarten?
So genannte Treibhausgase verändern die chemische Zusammensetzung unserer Atmosphäre, was zur globalen Erwärmung führt. Welche Auswirkungen hat dies auf Mitteleuropa?
- Die Durchschnittstemperaturen können bis Ende dieses Jahrhunderts um bis zu 4°C steigen.
- Die Sommer werden deutlich trockener, die Winter feuchter.
- Wetteranomalien werden zunehmen.
Das Pflanzenwachstum ändert sich
Daraus ergeben sich folgende kalkulierbare Auswirkungen auf das Pflanzenwachstum:
- Der nutzbare Vegetationszeitraum verlängert sich, d.h. früherer Beginn und späteres Ende der Feldarbeiten sind möglich.
- Die Phasen für den Ablauf der Vegetationsprozesse verkürzen sich, etwa von Pflanzenaufgang bis Blüte.
- Die Atmungsintensität der an gemäßigte Klimate gewöhnten Pflanzen erhöht sich, d.h. die Nettoassimilationsrate und damit die Nettoerträge gehen zurück.
- Winderosion und unproduktive Verdunstung im Sommer werden zunehmen.
- Bei Wassermangel kann es infolge von Trockenheit im Boden zu einer schlechteren Nährstoffaufnahme kommen.
- Organische Substanz wird schneller abgebaut und die Bodenstruktur instabiler.
- Krankheiten und Unkräuter lassen sich schwerer bekämpfen und neue, Wärme liebende Schaderreger kommen hinzu.
Die Kartoffel liebt es kühl
Ihrer Herkunft entsprechend liebt die Kartoffel es eher kühl. Bei 8°C etwa beginnt sie zu keimen, 17°C sind optimal für das Knollenwachstum. Wird es zu warm, sinkt der Ertrag. Wassermangel behindert das Wachstum ebenso wie Staunässe.
Höhere Temperaturen bis zur Blüte beschleunigen die Entwicklung. Doch in der Phase der Knollenbildung und des Knollenwachstums wäre eine Temperaturerhöhung von Nachteil: über 25°C werden keine weiteren Knollen angesetzt, das Knollenwachstum ist stark gehemmt. Eine höhere Durchschnittstemperatur bedeutet auch: frühere Abreife und somit deutlich „ältere“ Knollen. Das hat Auswirkungen auf Keimruhe und Lagerverhalten und wird Kühltechnik oft unumgänglich machen.
Trockene Standorte brauchen Zusatzwasser
Der Wasserbedarf der Kartoffel ist je nach Entwicklungsstadium sehr unterschiedlich. Anfangs ist er gering, in der Zeit von Knospenansatz bis zur Vollblüte am höchsten. Sinkt dann die nutzbare Feldkapazität unter 50%, müsste beregnet werden soll es nicht zu Ertragseinbußen kommen. „Fluten“ nach Trockenperioden ist jedoch kontraproduktiv, es mindert die Qualität. Auf den meisten Standorten wird der Ertrag durch die Wasserversorgung begrenzt. Als Faustregel gilt: für je 100 dt Kartoffeln werden 80 bis 100 mm (= 80 bis 100 l/ m²) Wasser benötigt, die den Kartoffelbestand durchströmen müssen und wieder ausgeschieden werden. Da der Nordosten Deutschlands deutlich niederschlagsärmer ist als der Westen oder Süden des Landes, wird sich der Kartoffelanbau wohl räumlich verlagern – vor allem, weil zukünftig gerade die Sommer noch trockener werden. Auf Trockenstandorten ohne Möglichkeit zur Bewässerung ist dies kritisch.
Früherer Kulturbeginn als Ausweg
Um dem negativen Einfluss zu hoher Einstrahlung zu entgehen, ist außerdem denkbar, den Kulturbeginn der Kartoffel ins zeitige Frühjahr zu verlagern. Unter den damit verbundenen Kurztagsverhältnissen entwickelt sich weniger Kraut, die Knollenanzahl nimmt zu und sie reifen eher ab.
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| zuletzt bearbeitet am: 27. Oktober 2008 |
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