Ob eine Hochdruck- oder eine Tiefdruck-Wetterlage herrscht, hängt mit bestimmten Vorgängen an der Grenze zwischen der warmen, tropischen Luftmasse und der kalten, polaren Luftmasse in der Erdatmosphäre zusammen. Wenn beispielsweise an einer Luftmassen-Grenzstelle auf der Nordhalbkugel ein Sog von oben einsetzt, kommt es dort zu einem spiralförmig aufsteigenden Luftwirbel. Weil die so in die Höhe „abgesaugte“ Luft nicht schnell genug von der Seite ersetzt wird, fällt der Luftdruck – ein Tief hat sich gebildet.
Wolkenbildung
In dem Tiefdruckwirbel – der einen Durchmesser von mehr als 1.000 Kilometern erreichen kann – wird die Warmluft nach Norden Richtung Kaltluftmasse verschoben, die Kaltluft dringt umgekehrt nach Süden in die Warmluftzone. Die Luftmassengrenze beult sich dabei in beide Richtungen immer weiter aus, das Tiefsystem bewegt sich west-ostwärts an dieser Grenze entlang. Der Teil der Luftmassengrenze, hinter dem die Warmluft nachrückt, heißt Warmfront, und das Teilstück, hinter dem die Kaltluft nachrückt, wird als Kaltfront bezeichnet. In beiden Richtungen des Luftstroms kommt es zu einer Anhebung der warmen Luft, da sie leichter ist als die kalte. Weil sich die angehobene Luft abkühlt und kühlere Luft weniger Wasserdampf mit sich führen kann als warme, setzt Kondensation und damit Wolkenbildung ein.
Wetterphasen des Tiefs
Wer sich im Bereich der Spitze der sich verschiebenden Warmluft befindet, kann erste, vereinzelte Wolken beobachten. Die Bewölkung verstärkt sich mit dem Näherrücken der Warmfront. An der Front selbst ist die gesamte Wetterschicht (die unteren 10–12 km der Atmosphäre) mit Wolken aufgefüllt, aus denen lang anhaltender Regen niedergeht. Danach beruhigt sich das Wetter kurz, im Warmluftsektor löst sich die Bewölkung auf. Doch bald ziehen die nächsten Wolkengebilde herauf – die Vorboten der nahenden Kaltfront. Diese bringt heftigen Niederschlag, zum Teil in Form von Gewittern, und starke Sturmböen. Nach dieser turbulenten Phase klingt das Tiefdruckgebiet normalerweise mit einigen Schauern aus … und es folgt ein Hochdruckgebiet.
Das Hoch mit umgekehrten Verhältnissen
Dabei spielt sich im Grunde das Gleiche ab wie bei einem Tief – nur umgekehrt. Es entsteht eine Abwärtsbewegung der Luft, die sich somit erwärmt und zunehmend Wasserdampf aufnehmen kann. Die Bewölkung löst sich auf, es wird sonnig und warm. Solch ein Hoch kann sich auf ein, zwei Tage beschränken, aber auch über Wochen anhalten.
Zur Frage der Wettervorhersage
Erkennen kann man die Wetter-Tendenz zu einem gewissen Grad an den Wolkenformationen. Hoch am Himmel stehende so genannte Cirruswolken können beispielsweise Vorzeichen einer heranziehenden Warmfront sein. Tatsächlich aber spielen noch viele weitere Faktoren eine Rolle, und es bedarf umfangreicher Kenntnisse und viel Erfahrung, um eine zuverlässige Vorhersage treffen zu können.